Bericht über den RAS Level 3 Kurs in Bariloche, Argentinien
29.09.2026
Seit 2018 unterstützt die IVBV mit grosser Unterstützung des Schweizer Bergführer Verband SBV die Ausbildung südamerikanischer Bergführer in der Rope-Access-Technik. Diese Zusatzausbildung ermöglicht es den Bergführern, die teilweise kurze Bergsaison mit interessanten Aufträgen zu überbrücken. Die Rope-Access-Technik wird von Bergführern seit vielen Jahrzehnten angewendet. Zahlreiche neue gesetzliche Bestimmungen haben jedoch dazu geführt, dass für Arbeiten auf Baustellen zusätzliche Ausbildungen erforderlich sind. Nach Ausbildungskursen in Peru und Bolivien, an denen jeweils Bergführer aus
verschiedenen Ländern teilnahmen, fragten die Argentinier die IVBV im Jahr 2025 an, ob ein erfahrener RAS-Spezialist ihren ersten selbstständig durchgeführten Kurs unterstützen könnte.
Dank der grosszügigen Unterstützung durch die Swiss Sherpa Stiftung konnte Agripino Henostroza Vargas (RAS Level 3) aus Peru den Kurs vom 24. bis 31. Mai 2026 in Bariloche leiten.
Programm
24. und 25. Mai 2026
Refresherkurs für die Experten aus Argentinien, Gonzalo Rodrigues Martin und Roberto Treu,
gemeinsam mit Agripino Henostroza Vargas.
26. bis 31. Mai 2026
Level 1 + 2 Kurs mit 11 Teilnehmern aus Argentinien und Chile.
Die fünftägige Ausbildung mit anschliessender Abschlussprüfung (ein Tag) war ein grosser Erfolg. Es wurde viel diskutiert, aber vor allem intensiv trainiert, sodass am Ende alle Teilnehmer das begehrte Diplom für Level 1 oder Level 2 entgegennehmen konnten. Es entstand eine tolle Dynamik, und man konnte spüren, dass die Botschaft angekommen ist. Die Teilnehmer haben verstanden, wie gross die Möglichkeiten für Bergführer aus Südamerika in dieser Branche sind.
Fazit
Die Bergführer weltweit stehen vor grossen Veränderungen und Herausforderungen. Der Klimawandel wird das Leben in den Bergen und das Führen von Gästen weltweit verändern. Wer verfügt über mehr praktische Erfahrung im Umgang mit Naturgefahren als Bergführer? Sie können sowohl in der Prävention als auch nach Ereignissen eine wichtige Rolle übernehmen – sei es als Berater von Gemeinden oder Regierungen, als Begleiter von Geologen und Ingenieuren oder, im schlimmsten Fall, als Retter und Helfer nach Naturereignissen.
Die Kombination aus dem Bergführerberuf und einer Zusatzausbildung zum Seilzugangstechniker zeigt auch in der Schweiz, wie wichtig diese Zusammenarbeit in Zukunft sein wird.
Im Namen der IVBV und der beteiligten IVBV-Mitgliedsländer Argentinien, Chile und Peru bedanken wir uns herzlich für die wichtige und grosszügige Unterstützung bei der Swiss Sherpa Stiftung.
Urs Wellauer IFMGA President und SSS Stiftungsrat